Bücher

Christian Herwartz, Auf nackten Sohlen – Exerzitien auf der Straße,
Ignatianische Impulse 18, Echterverlag 2006
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206 - Descalzos. Ejercicios en la calle

 

Christian Herwartz, Brennende Gegenwart – Exerzitien auf der Straße,
Ignatianische Impulse 51, Echterverlag Würzburg 2011

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Presencia ardiente
CHRISTIAN HERWARTZ
011 - Presencia ardiente

Número: 11
ISBN: 978-84-293-2041-1
Páginas: 112
Formato: 13,5×21
Precio: 11.00EUR

Desdeelaño 2000, ChristianHerwartz yelgrupo de “religiosos/as contra la exclusión” ofrecen “Ejerciciosen la calle”, conunaaceptacióncrecienteportoda Europacentral. Lahistoria yelnúcleocentral deestasexperiencias lasplasmóenellibro “Descalzos. Ejerciciosen la calle”,publicadoporSalTerrae.En esta nueva entrega nos presenta tres impulsos que se han ido consolidando con la práctica. Son como tres rampas de acceso a un encuentro del que nadie puede disponer. Una puede consistir en bucear en los propios anhelos, en los deseos hondos que nos conectan con las fuentes de la vida. Otra se nos presenta inopinadamente en plena calle, cuando en una persona o situación descubro un fuego sagrado que me fuerza a descalzarme. O bien, finalmente, dar espacio al ardor que ha brotado en mi propio corazón y que me da una perspectiva distinta de lo cotidiano.

Quien se ponga en camino siguiendo sus indicaciones, podrá aprender a sentir la cercanía de Dios, dando amplitud a su propio horizonte.

El jesuita alemán CHRISTIAN HERWARTZ (1943) trabajó varias décadas como cura obrero. Reside en el barrio de Kreuzberg, a escasos metros de la cicatriz del muro berlinés, en un entorno de procedencia mayoritariamente turca, donde unos pocos jesuitas han mantenido las puertas y el corazón abiertos a las personas que llegaban a su comunidad con cualquier tipo de marginación. El trabajo y la vida de Christian han ido modelando su experiencia espiritual hacia una profunda valoración de la dignidad sagrada de cada persona, sea cual sea su estigma social, que llama a “descalzarse” ante ella y aproximarse “a pie desnudo” para descubrir allí de nuevo encarnada la “presencia ardiente” del Dios vivo.

Ver índice y primeras páginas aquí (formato PDF).
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Christian Herwartz, Weg der Liebe Gottes unter uns, Misereor-Kreuzweg 2011,
Würzburg 2011

Susanne Szemerédy, Vom Gastgeber zur Geisel des Anderen
Reihe: Münchner Studien zur Erwachsenenbildung, Band 8, 2013,
broschiert, 360 Seiten, ISBN: 978-3-643-11681-9

Hier der Text

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Peter Hundertmark
Mit offenen Augen beten
dkv, München 2008, 15 x 15 cm, 40 Seiten

Mit offenen Augen beten

Buchankündigung:
Auf nackten Sohlen – Exerzitien auf der Straße
Ignatianische Impulse, hrsg. von Stefan Kiechle SJ und Willi Lambert SJ

Wo Christen sich für sozial Benachteiligte engagieren, hat sich dies meist vollständig von der spirituellen Pädagogik der Kirche abgekoppelt.

Christian Herwartz erzählt seinen persönlichen Weg als Arbeiterpriester. Schritt für Schritt entdeckte er neue spirituelle Wege, die das Mitleben mit armen Menschen und die Liebe zu Christus als eines sehen. So entwickelte er mit anderen die „Exerzitien auf der Straße“. Das Buch erzählt von diesen Erfahrungen und gibt Anregungen zu einer erneuerten Exerzitienpraxis.

Christian Herwartz, geb. 1943, war jahrzehntelang Arbeiterpriester. Er lebt in einer offenen Kommunität in Berlin-Kreuzberg, begleitet Menschen, die an den Rand gedrängt sind, und gibt Exerzitienkurse.

Das Buch „Auf nackten Sohlen“ ist auf Spanisch übersetzt worden und jetzt herausgekommen:
Christian Herwartz, SJ „Descalzos – Ejercicios en la calle“ Editoriale SAL TERRAE Santander 2007 ISBN: 978-84-293-1692-6 Despósito Legal: BI-253-07

Leseprobe Seite 69/70:
„Dahin wage ich mich nicht“
Im Sommer 2003 fragte eine kleine Gruppe aus der Emmausbewegung an, ob sie zu Exerzitien nach Berlin kommen könnten. Sie wurde vom schon verstorbenen Bruder Jan gegründet, der regelmäßig in Gefängnisse ging, dort Bibelgesprächsgruppen gründete und der auch Land, auf Land ab die Treffpunkte von Drogenabhängigen kannte. Er ging vielen Menschen nach und lud sie zu Treffen ein. „Die Menschen in unserer Gruppe sind alle aus bedrückenden Lebensumständen umgekehrt. Sie wurden oft mit ihren Hoffnungen, mit ihren Fragen nach erfülltem Leben, nach Gott nicht ernst genommen,“ sagte er mir einmal. „Und sie sind mit ihrem Hunger nach Antworten und Liebe aus den herrschenden Anpassungsdruck ausgestiegen.“

Nachdem diese Exerzitiengruppe die Geschichte vom brennenden Dornbusch gehört hatte, entgegnete einer: „Ich weiß genau, wohin ich gehen soll, wo Gott auf mich wartet. Aber ich wage mich nicht, dorthin zu gehen.“ Da sagte sein Nachbar: „Dann komme ich mit.“ Am nächsten Tag gingen sie zusammen zum Bahnhof Zoo und setzten sich auf den Busparkplatz. Sie zogen ihre Schuhe aus und ihr Hund legte sich zu ihnen. Auf der anderen Seite der kleinen Straße warteten die Stricher auf Kunden. Nach 90 Minuten beendeten sie ihre Meditation und kamen nach einem Gebet in der Kirche gegenüber zurück nach Kreuzberg. Abends erzählten sie voll Freude: „Mit der Geschichte vom brennenden und nicht verbrennenden Dornbusch war es möglich, an diesem Ort ohne Angst zu verweilen. Morgen gehen wir nochmals dort hin.“ So taten sie es auch und kamen am nächsten Tag wieder zufrieden zurück. Am dritten Tag konnte der Kollege nicht mitgehen. So zog der vorher Ängstliche mit seinem Hund alleine los. Er setzte sich wieder auf den Busparkplatz und meditierte. Nach einer dreiviertel Stunde kam einer der Stricher in seine Nähe und rollte sich eine Haschzigarette. Er hatte Verständnis für die Pause seines Nachbarn: „Anders kannst Du wohl Deine Arbeit nicht durchhalten.“ Sie schwiegen. Eine halbe Stunde später kam ein Stricher nach dem anderen zu ihm. Zum Schluss waren sie zu siebt und erzählten sich gegenseitig ihre Lebensgeschichten. Auch der Übende erzählte von den zehn Jahren, die er als Stricher und später als Kunde hier war. Dann hatte er vier Jahre im Gefängnis verbracht.

Abends erzählte er von dem Geschenk der Gemeinschaft auf dem Busparkplatz, dem Austausch und seinem Angebot, dorthin zurückzukehren. Er machte den Jungen deutlich, dass ein Ausstieg aus dem Leben als Stricher möglich ist. Davon wollten sie jetzt noch nichts hören. Im Gottesdienst sagte er: „Ich hatte vor drei Tagen große Angst dorthin zu gehen. Doch jetzt bin ich bereit, mich von Gott dorthin schicken zu lassen. Dann kann ich ihnen von seiner Liebe zu uns Menschen berichten und einen Weg zeigen, mit dieser Liebe anderswo weiterzuleben. Noch höre ich Gottes Ruf nicht, aber ich bin bereit, mich von ihm schicken zu lassen.“ Er war in der großzügigen Offenheit Gott gegenüber angekommen und antwortete damit auf das Geschenk seines Lebens und der Liebe Gottes zu allen Menschen.

Gott ist kein kleinkrämerisch Rechnender, sondern ein überschwänglich großzügiger Gott. Wir dürfen in unserem Leben immer deutlicher sein Verhalten in uns nachahmen und offener für sein Handeln durch uns werden.

Herwartz, Christian: Auf nackten Sohlen. Exerzitien auf der Straße,
Würzburg (echter), Reihe Ignatianische Impulse, 2006, 79 S.

Dass „Exerzitien auf der Straße“ eine wirksames Instrument persönlicher Gottsuche, Heilung und Bekehrung sind, beginnt sich langsam herumzusprechen (www.con-spiration.de/exerzitien). Bei dieser Exerzitienform sind Menschen sehr schlicht mitten in einer Stadt untergebracht und werden dazu angeleitet und dabei begleitet, Gottes Fingerzeige in der urbanen Wirklichkeit selbst lesen zu lernen und sich in scheinbar alltäglichen Begebenheiten vom Herrn selbst ansprechen und wandeln zu lassen. P. Christian Herwartz, Jesuit und Arbeiterpriester in Berlin, erzählt nun erstmals anhand seiner Biographie, wie er in einem langen Prozess spirituellen Experimentierens dieses kostbare Geschenk der Exerzitien auf der Straße entdeckt und ihre grundlegenden Elemente allmählich entfaltet hat. Zur Sprache kommen so einzelne Etappen eines persönlichen Berufungsweges: die Ausbildung im Jesuitenorden, Lehrjahre bei französischen Arbeiterpriestern, die Gründung einer Kommunität in Berlin-Kreuzberg, überraschende persönliche Begegnungen, Einladungen zur Begleitung von Exerzitien usw. Herwartz erzählt von sich und seinem „Schatz“, aber für andere: so nämlich, dass die Leserin, der Leser für ihr eigenes Leben Frucht ziehen können. Dazu trägt bei, dass am Ende jedes Abschnitts die geistliche Essenz des Erzählten nochmals kurz als „Übersetzungshilfe“ oder Tipp gebündelt wird. So werden die Episoden und Lernerfahrungen eines ungewöhnlichen Lebens zu Anstößen und Einladungen, sich selbst, als Leser und Leserin, auf den Weg mit Jesus und zu den von ihm bevorzugten armen Menschen einzulassen. Kein konventioneller, abgestandener, bürgerlich abgesicherter Weg wird hier vorgestellt, sondern im Gegenteil einer, der immer wieder neu, lebendig und voller Überraschungen ist und gewiss auch aus dem gewohnten kirchlichen Rahmen fällt. Herwartz erzeugt keinen moralischen Druck und beansprucht nicht sein Leben als Maßstab für andere. Was seine Erzählungen vielmehr so wohltuend und einladend macht, ist der immer wieder durchscheinende Glaube an den Herrn, der als der Auferstandene den Weg des Menschen mitgeht und sich von ihm finden lässt. Exerzitien auf der Straße sind, so wird mit guten Gründen deutlich, eine privilegierte Zeit von – in der Regel – acht Tagen, ein „heiliger Ort“, um im je „persönlichen Dornbusch“ Gott zu begegnen.

Michael Hainz

II

BUCHTIPP Christian Herwartz SJ Auf nackten Sohlen. Exerzitien auf der Straße
Würzburg. Echter Verlag, Reihe Ignatianische Impulse, Band 18, 2006, 80 S., …

Als von Dezember 1974 bis März 1975 in Rom die 32. Generalkongregation des Jesuitenordens stattfand, war sie geprägt von der Frage nach der Identität des Jesuiten. Dort fiel die Grundentscheidung, „dass die Teilnahme am Kampf für Glauben und Gerechtigkeit das ist, was den Jesuiten in unserer Zeit ausmacht“.
In diesem Zusammenhang ging der Orden im deutschen Sprachraum zwei Projekte an: Zum einen begann ein Team von vier Jesuiten die ignatianische Spiritualität unter dem genannten Aspekt zu studieren und neu zu vermitteln und fing auch an, Exerzitien im Alltag anzubieten. Zum anderen begannen drei Jesuiten in Berlin-Kreuzberg eine Kommunität in einer kleinen Wohnung und nahmen eine manuelle Arbeit auf.
So beschreibt Christian Herwartz selbst in diesem Band einen entscheidenden Moment in der Geschichte des Ordens und auch in seinem eigenen Leben als neugieriger und suchender Mensch und Ordensmann. In klarer und einfacher Sprache erzählt er knapp die ganze Geschichte seines Fragens nach dem Leben und nach Gott, und wie er dem, was den Orden ursprünglich ausmacht, auf die Spur kam.
Dass er mit ein paar Freunden mitten in unserer (gut)bürgerlichen Gesellschaft einen Weg an der Seite der Armen fand und ging, hat ihn zu einem Entdeckungsreisenden werden lassen. Viele haben inzwischen an seiner Reise teilgenommen, die im Sommer 1998 zu den ersten Exerzitien auf der Straße mit ein paar Jesuiten in Berlin geführt hat. In diesem Experiment sind die zwei oben genannten Projekte in der Person von Alex Lefrank SJ und Christian Herwartz SJ zusammengekommen.
Was sich in den nächsten acht Jahren daraus entwickelt hat, wird knapp und geradezu packend in der zweiten Hälfte des Bandes erzählt. Danke, Christian!

Hannes König SJ

III

Hunger nach Glauben und Gerechtigkeit

Wie kann ein Christ in einem Staat, in dem die Reichen immer reicher und die Armen immer ärmer werden, seinen Glauben leben? In seinem Buch „Auf nackten Sohlen“ beschreibt Christian Herwartz sein Leben an der Seite von Arbeitern, Armen und Ausgestoßenen. Er zeigt einen Weg, den „auferstandenen Jesus in unserer Mitte zu entdecken – besonders in Hungrigen, Kranken, Obdachlosen und Gefangenen“.

Herwartz, 1943 geboren, arbeitete zunächst als Maschinenbauer auf einer Kieler Werft. Auch nach seinem Eintritt in den Jesuitenorden 1969 blieb er der Arbeitswelt verbunden. Lange Jahre lebte er als Arbeiterpriester in Frankreich und Deutschland. In Berlin war er an der Gründung einer kleinen Jesuitenkommunität beteiligt, in der er auch heute noch wohnt.

Getrieben vom „Hunger nach Glauben und Gerechtigkeit“ wird er zum Grenzgänger, zu jemandem, der immer wieder Grenzen überschreitet und die Begegnung mit Ausgegrenzten sucht. Stationen seines Weges schildert Herwartz kurz: 1989 – Hungerstreik von politischen Gefangenen in der BRD, 1993 – Räumung der Wagenburg in Berlin, seit 1995 Mahn- und Gebetswachen vor der Abschiebehaftanstalt für Flüchtlinge in Berlin-Köpenick.

„Der Hunger nach Gerechtigkeit ist ein Schmerz, mit dem wir unsere Umwelt neu sehen lernen. Wenn wir ihn nicht betäuben, öffnet er uns den Blick auf Menschen, die unter Ungerechtigkeit leiden. Deshalb preist Jesus den Hunger in der Bergpredigt und nennt die Menschen selig, die sich von ihm leiten lassen.“ schreibt Herwartz.

Um andere an dieser Öffnung hin zu den Ausgegrenzten Teil haben zu lassen, hat er „Exerzitien auf der Straße“ entwickelt. „Das Wort ‚Straße‘ weist auf die offenen, grenzenlosen Plätze im Leben hin, auf denen wir besondere, für unsere Leben entscheidende Begegnungsorte entdecken.“ Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind eingeladen, die Begegnung mit Jesus in der Großstadt zu suchen. Wie einigen von ihnen Jesus begegnet ist, auch das schildert das Buch.

Die Stärke des Buches liegt darin, dass es konkret, immer auf Leben und Erleben bezogen ist. Dies macht es auch für mich als Buddhisten lesenswert. Mich hätte aber auch interessiert, wie das deutlich werdende Jesus-Bild in einem größeren theologischen Zusammenhang einzuordnen ist. Herwartz beschränkt sich darauf, seinen Weg und seine Arbeit in den Zusammenhang der Herausforderungen des Jesuitenordens zu stellen. Dessen Generalkongregation hatte 1974/75 entschieden, ‚dass die Teilnahme am Kampf für Glauben und Gerechtigkeit das ist, was den Jesuiten in unserer Zeit ausmacht‘.

„Auf nackten Sohlen“ ist ein Buch für alle die, die den Kampf für Glauben und Gerechtigkeit noch nicht verloren gegeben haben.

Heinz-Jürgen Metzger ist Zen-Mönch und leitet die BUDDHAWEG-SANGHA. Er arbeitet als Geschäftsführer der PEACEMAKER GEMEINSCHAFT DEUTSCHLAND